Das wirtschaftliche Leben - Seite 3 Drucken
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In den Minengebieten  verlassen die Frauen ihre Dörfer, um die manuellen der Förderung (Gold, Coltan) ungefähr 1 $ pro Tag zu verdienen. Dieser Verdienst soll der Familie eine kleine Ersparnis bringen. Allerdings wiegt die kleine Ersparnis bei weitem nicht die Ausbeutung der Frauen durch die schwere Arbeit auf.

In den Regionen, die einst als Kornkammer der Städte bezeichnet wurden, findet man heute viele Fälle von Mangelernährung (Mwenga, Fizi, Shabunda, )

Der Gesundheitsstand verschlechtert sich immer mehr: Unterernährung, Mangelernährung, eine Mahlzeit pro Tag, in vielen Familien nur eine Mahlzeit alle zwei Tage, Mahlzeiten ohne Eiweiß, Gemüse, Vitaminen sind hierfür die unmittelbare Ursache. Die meisten Menschen haben nur eine Mahlzeit aus  „Foufou“, einem stärkehaltigen Teig aus dem Maniok. Nur wenige "Reiche" können sich hierzu eine Soße mit Fleisch oder Fisch leisten. Endemische Krankheiten haben sich eingestellt: Malaria, Ruhr, Cholera, Wurmkrankheiten.
Der Mangel an Hygiene äußert sich im Mangel an Wasser und führt zur Ausbreitung der Krankheiten „der schmutzigen Hände“. Für die arme Bevölkerung ist eine medizinischer Versorgung unbezahlbar. Die Medikamente in den Apotheken, die ärztlichen Beratungen und die Untersuchungen im Labor sind extrem teuer. Bei einem privaten Mediziner variieren die Preise einer Untersuchung zwischen 5 $ und 10 $ , während sie im Krankenhaus 3$ kostet. Die Behandlung von Malaria kostet in einem staatlichen Zentrum
2 $ pro Person. Komplikationen treiben den Preis in die Höhe treiben. Eine Behandlung ist nur auf der Basis vorhandener Barmittel möglich, da ohne direkte Bezahlung nicht behandelt wird. So werden Medikamente oft sehr unregelmäßig eingenommen. Ein Kaiserschnitt kostet mindestens 100 $. Es gibt Menschen, die werden im Krankenhaus eingesperrt, da sie ihre fälligen Rechnungen nicht bezahlen können. In all den Fällen, wenn man plötzlich erkrankt oder einen Unfall hat, gibt es von öffentlicher Seite keinen Krankentransport, - dieser existiert einfach nicht mehr. Falls man nicht in der Lage sein sollte, die Kosten des Transports privat zu organisieren und zu bezahlen, wird der Kranke auf dem Rücken seiner Familie transportiert, auch mit dem Risiken unterwegs zu sterben. Ambulanzen, wenn überhaupt vorhanden, werden zum Transport von Medizin und dem medizinischem Personal benutzt, nicht zum Transport der schwer erkrankten Patienten.

Vor der Behandlung eines Kranken wird zunächst eine bestimmte Summe als Kaution verlangt, selbst wenn er mit dem Tode ringt. Viele Menschen sterben, ohne einen Arzt konsultiert zu haben. Falls man nach erfolgter Behandlung nicht sofort bezahlen kann, kann man einen Pfand abgeben. Meist sind dies Kleidungsstücke, ein Radio oder eine Nähmaschine. Dieser Pfand sollte 50 % der Kosten für den Eingriff abdecken. Dieses System hat sich bereits in einen Teufelskreis verwandelt: Viele können den für das normale Leben benötigten Pfand nicht auslösen und viele Krankenhäuser haben dann aufgrund fehlender Barmittel wieder zugemacht.

Im ländlichen Milieu ist die Situation katastrophal: Die Menschen leiden enorm mit all ihren Konflikten, den Unsicherheiten und der Isolation in den Dörfern. Die Entfernungen der Dörfer von den Krankenhäusern ist oftmals so groß, dass die Strecke nicht zu Fuß zurückgelegt werden kann. Viele Kranke sind ihrem eigenen Schicksal geweiht, da die Familie keinerlei finanzielle Mittel hat, die Medikamente zu bezahlen. Die Leute versuchen aus Pflanzen Medizin zu gewinnen, haben meistens jedoch keinerlei Fachkenntnisse. Solche, die noch einen Viehbestand haben, setzen diesen oftmals als Pfand bei Krankheiten ein. In manchen Regionen werden die Behandlungspreise in der Währung „Hühner“ oder „Ziegen“ angegeben, manchmal in Kilo oder einer anderen üblichen Angabe von Nahrungsmitteln, wie z. B. Bohnen, Mais oder Palmenöl.

In den belebten Zentren der Städte, die ¾ der Bevölkerung repräsentieren, auch in den Dörfern müssen im Todesfall die Leichen von einem Familienmitglied, Nachbarn oder Freund auf dem Kopf bis zum Friedhof transportiert werden. Stirbt hingegen ein Reicher oder ein Politiker, gibt es auf den Strassen Staus von PKW's, die sich hintereinander drängen um zur Beerdigung zu fahren. Enorm sind auch die Kosten für die Trauerfeiern, die meistens 3 Tage andauern. Welch Kontrast sagte ein Intellektueller: “Es ist kein Glück glücklich zu sein, wenn man ganz allein in seiner Ecke ist.“

Die Pflanzenzucht für die medizinische Therapie hat sich mehr und mehr durchgesetzt. Man sieht heute immer mehr Pflanzen auf  einzelnen Parzellen. Die dienen zur Behandlung einfacher Krankheiten, wie Magenproblemen, Verbrennungen und Wurmkrankheiten. Andere glauben, dass Christen sich dieser Mittel nicht bedienen können.