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Die Hilux-Frauen

Da die Straßen in der Zone Mwenga wegen der großen Unsicherheit unpassierbar geworden sind, sind die Frauen zu wahren "Hilux" (Toyota Hilux = Kleintransporter) geworden. Sie sichern so den Transport der Waren von Kilungutwe nach Kamituga.

In diesem Teil unserer Region herrscht das Bandenwesen. Die Händler, die von Bukavu kommen, ziehen es vor, nicht als die Besitzer ihrer Waren in Erscheinung zu treten. Sie wollen sich so vor Übergriffen der Bewaffneten schützen. Jetzt bringt man die Waren mit Lastwagen nur bis Tubimbi oder Kilungutwe, etwa 80 km von Bukavu. Dort bieten sich Frauen an, sie gegen "Bezahlung" in Form eines Stoffes von sechs Yard (ca. 3 m) "made in Dubai" ans Ziel zu bringen. Der Wert des Stoffes beträgt 5 $. Eine Frau schleppt auf dem Rücken etwa 25-30 kg über eine Strecke von ungefähr 100 km. Sie braucht dafür drei bis vier Tage. Am Ende erhält sie den Stoff als Gegenleistung. Dies reicht nicht einmal aus, um die notwendigsten Bedürfnisse ihres Haushalts zu decken.

Bei Rückkehr nach Hause erkranken die Frauen oft aufgrund ihrer Erschöpfung oder anderen Vorkommnissen unterwegs. Andere kommen mit einer Schwangerschaft zurück nachdem sie versucht haben, von ihren Arbeitgebern einen Zusatzverdienst zu bekommen. Die Händler glauben, in diesen Frauen Partnerinnen gefunden zu haben, die mit Sicherheit nicht (HIV-) infiziert sind. Einige haben sich feste Partnerinnen gewählt für die Zeit, in der sie in der Gegend sind. In bestimmten Dörfern gibt es Kinder, deren Väter diese durchreisenden Händler sind. Gelegentlich verlangen diese Kinder, man solle nach ihren Vätern suchen.