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Ein Hochschulabgänger schlägt sich durch

Ein Absolvent des Jahrgangs 1987 der Hochschule für Landwirtschaft und Entwicklung (ISDR Bukavu) berichtete, wie er heute lebt: Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Seine Frau verkauft Maniokmehl auf dem kleinen Markt von Chimpunda. Er selbst hatte, nachdem er drei Jahre lang unbezahlt für eine Nichtregierungsorganisation (NRO) vor Ort gearbeitet hatte, das Glück, einen Vertrag für sechs Monate bei einer anderen, größeren NRO zu erhalten. Dort war er als landwirtschaftlicher Supervisor angestellt. Nach Ende des Vertrags wurde er verabschiedet, da das Projekt auslief. Er stand auf der Straße und wurde arbeitslos. Aber da er im Rahmen seines letzten Vertrags auf dem Hof seines Arbeitgebers mitbekommen hatte, wie geschlachtet und Fleisch verarbeitet wird, fing er an, selbst Metzgereiprodukte herzustellen (Würstchen, Schinken und Cervelatwurst). Diese verkauft er tagsüber in der Innenstadt von Bukavu, um so zum Überleben seiner Familie beizutragen. Seine Frau unterstützt ihn dabei. Seine Geschichte sorgt z.Zt. für Gesprächsstoff bei den Organisationen in Bukavu. Sie sehen darin ein gelungenes Beispiel von "Autopromotion". Andere Leute machen sich über ihn lustig und sagen, ein "Intellektueller" seiner Rangordnung solle nicht zum "Herumtreiber" werden.