Vortrag von Dr. Fries zur Lage im Kongo 2009 - Seite 8 Drucken
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Vortrag von Dr. Fries zur Lage im Kongo 2009
Kongo für alle – alle für Kongo?
Wie ist die aktuelle Situation?
Amani-Friedensprozess / Goma, Januar 2008
MONUC (UNO)
Wie kam es dazu, dass es so ist?
Stichworte zu Geografie, Infrastruktur und Geschichte des Kongo
Wohin fliehen die Menschen?
EU-Interventionspolitik
Verantwortung für die internationale Gemeinschaft
Andere Interessensmächte
Was könnte die Weltöffentlichkeit Positives tun? Z.B. Flüchtlingsaufnahme
Medien und Kontakte
Welche Form von Hilfe nützt den Menschen vor Ort?
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Wohin fliehen die Menschen?

Das Gebiet der Großen Seen besteht aus den Ländern Dem. Rep. Kongo, Uganda, Rwanda, Burundi und Tanzania. Die zahlreichen Kriege der letzen 15 Jahre haben enormen Einfluss auf die Bevölkerung gehabt, und riesige Flüchtlingsströme ausgelöst. Sie ergossen sich während des rwandischen Bürgerkrieges von 1991 – 1994 aus Rwanda nach Uganda und in den Ostkongo; aus Burundi und dem Kongo nach Tanzania; ganz abgesehen von unzähligen Binnenvertriebenen im Kongo selbst. Viele Flüchtlinge sind in den letzten Jahren in ihre angestammte Gegend zurück gekehrt, zum Teil nachdem ihre Versorgung mit Nahrungsmitteln in den Flüchtlingslagern nicht mehr sichergestellt werden konnte. Aber bis heute sind die Menschen in den ländlichen Gegenden nicht überall sicher. Truppenbewegungen der schlecht versorgten und kaum bezahlten Armee oder der Milizen sind unweigerlich mit einer Bedrohung für die Bevölkerung verbunden. Ob nun  die Ernte geplündert, die Tiere geraubt, Kindersoldaten rekrutiert oder Frauen bei der Feldarbeit oder beim Wasserholen bedroht werden – es ist ein Leben in etwa vergleichbar dem, wie es im Dreißigjährigen Krieg in Deutschland gewesen sein muss. Je länger es geht, um so mehr droht es in einem kollektiven Trauma zu enden. Im Norden der Dem. Rep. Kongo führt die ugandische Armee seit Jahresbeginn Vergeltungsschläge gegen die ugandischen LRA-Rebellen (Lord’s Resistance Army) durch, die dort Dörfer überfallen und angezündet und Bewohner umgebracht oder entführt haben. Ca. 100 000 sind dort auf der Flucht und ohne Zugang zu humanitärer Hilfe.