Reise in den Kivu - Sommer 2002 - Seite 9 Drucken
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Reise in den Kivu - Sommer 2002
Projekte allgemein
Projekt: Pilotfarm von Kavumu
Projekt: Ziegen für Fizi
Projekt: Mühle von Kakundu
Projekt: Die Jugendlichen von Bagira
Projekt: Complexe Scolaire Muhungu (Schulkomplex Muhungu)
Prüfung der Finanzberichte
Absprache mit Ushirika für die Zusammenarbeit in der zweiten Phase
Schluss
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Absprache mit Ushirika für die Zusammenarbeit in der zweiten Phase


Absprachen bezüglich der laufenden Projekte

Grundsätzlich haben wir festgestellt, dass die Betreuung der Projekte unverzichtbar ist, eventuell sogar ausgeweitet werden muss. Ushirika wird sich bei den einzelnen Projekten um folgende Punkte kümmern:

  • Pilotfarm von Kavumu: Mit den Zahlen der bisherigen Ausgaben und Einnahmen soll eine genaue Kalkulation über die Rentabiltät des Projektes aufgestellt werden. Zu überlegen ist dann, ob nicht eine Anzahl von Eiern auch direkt von der Gruppe in Bukavu verkauft werden kann, um die höheren Eierpreise dort zu nutzen. Sicher gibt es immer eine Reihe von Gruppenmitgliedern, die in Bukavu zu tun haben. Die bisher begonnenen Anstrengungen der Gruppe, Probleme gemeinsam anzugehen, sollen weiter gefördert werden. Eventuell könnte man auf Anschlussunterstützungen, die von der Gruppe angefragt werden, eingehen.
  • Mühle von Kakundu: Ushirika wird zunächst darauf achten, dass die Mühle voll funktionsfähig wird. Hierbei spielen der Wasserdruck und die Abdichtungen eine entscheidende Rolle. ProKivu wird bei einem bekannten Wasserfachmann in Deutschland technische Ratschläge einholen. Die vom Techniker der Mühle angesprochene Idee, die Wasserkraft auch für Stromgewinnung zu nutzen, wird nicht unterstützt werden. Vielmehr wird Ushirika der Gruppe die Schwierigkeiten einer solche Installierung vor Augen führen und darauf achten, dass die Gruppe ihr eigentliches Ziel nicht aus dem Auge verliert.
  • Equipe Alpha: Ushirika wird bei dem Projekt zunächst eine angepasste Buchführung einführen. In der gegenwärtigen Situation war offensichtlich das Unterstützungsbudget zu hoch. Wenn abzusehen ist, dass der Restbetrag von 530 $ bald nicht sinnvoll im Sinne des Projekts eingesetzt werden kann, wird Ushirika über eine anderweitige Nutzung des Betrages nachdenken und sich hiermit mit ProKivu in Verbindung setzen. Die Equipe muss sich Gedanken darüber machen, weitere Kunden für ihren vorhandenen Warenstock zu finden. Der Warenumsatz muss wesentlich be-schleunigt werden.
  • Ziegen für Fizi: Ushirika wird eng mit der Missionarin zusammenarbeiten, um das Risiko bei den Projektverwirklichungen möglichst gering zu halten. Das noch zur Verfügung stehende Restbudget des Projekts wird erst freigegeben, wenn der Betreuungsbesuch vom Juli positive Ergebnisse bringt und die Einschätzung der Missionarin auch positiv ausfällt.
  • Die Jugendlichen von Bagira: Der Betreuungsbedarf durch Ushirika ist hier besonders stark, aber auch durch die Nähe zu Bukavu am leichtesten zu realisieren.
  • Ushirika erarbeitet zusammen mit unserem Berater ein System zur Unterstützung von 10-20 Kindern für den Schulkomplex Muhungu. Das Geld darf dabei nie direkt an die Familie gegeben werden, sondern zur Aufnahme der Kinder nur direkt an die Schule. Die unterstützten Kinder müssen per Liste erfasst werden. Bei dem Komitee von Muhungu (einer Einrichtung der zivilen Gesellschaft von Muhungu) wird man sich informieren, welche Kinder besonders bedürftig sind.

Absprachen über Änderungen unseres Vertrages der Zusammenarbeit mit Ushirika

Grundsätzlich bleiben die Regelungen unseres Abkommens mit Ushirika weiterhin bestehen. Auf Grund der gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse werden aber einige Änderungen in den Vertrag unserer Zusammenarbeit eingearbeitet werden:

  • Auf Mehrfach- oder Anschlussunterstützungen wird dann zugegangen, wenn sich die Zusammenarbeit mit der Gruppe als sehr fruchtbar gezeigt hat und die zusätzlich angefragte Unterstützung dem Gesamtrahmen der Gruppe angepasst ist sowie für die weitere Entwicklung Sinn macht. Ein Verbesserung der Lebensverhältnisse einer Gemeinschaft ist leichter und nachhaltiger zu erreichen, wenn mehrere zusammenhängende Aspekte betrachtet werden. Auch kann ein erfolgreiches Projekt sich beispielhaft für andere Gemeinschaften auswirken. Mehrfach- oder Anschlussunterstützungen durchlaufen die gleiche Genehmigungsprozedur wie Erstunterstützungen. Bevor ein Gruppe noch einmal unterstützt werden kann, muss ein Finanzbericht und ein Sachbericht der bisherigen Unterstützung vorliegen sowie eine ausdrückliche Befürwortung durch den Berater.
  • Projekte in Regionen, in denen eine regelmäßige Betreuung und Kontrolle nicht durchgeführt werden kann, können nicht unterstützt werden. Hierbei müssen die Transportkosten für die Betreuungsarbeit in einem angemessenen Verhältnis zum Gesamtbudget stehen.
  • Zu Beginn eines unterstützten Projektes und wenigstens bei Abschluss oder vor der Genehmigung einer Anschlussunterstützung macht Ushirika Fotos von wichtigen Projektinhalten. Hierbei soll berücksichtigt werden, dass der Fortlauf der Projektverwirklichungen festgehalten wird.
  • Das Unterstützungsbudget für die einzelnen Projekte wird von Ushirika nur in dem Umfang freigegeben, wie es die Sache und die Verhältnisse erfordern. Damit bleibt die Möglichkeit erhalten, bei sich ändernden Verhältnissen Budgetmittel auch anderen Aufgaben zuzuweisen. Solche Änderungen müssen zwischen Ushirika und ProKivu abgesprochen und in einer Änderung des Projektvertrags schriftlich festgehalten werden.
  • Bei den für die Projekte geplanten Ausbildungen/Seminaren achtet Ushirika darauf, dass die Eigenbeteiligung der Gruppen angepasst realisiert wird. Im Normalfall kann davon ausgegangen werden, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln während einer solchen Veranstaltung von der Gruppe übernommen wird.
  • Es können auch Projekte mit kleinerem Gesamtbudget als 1.500 $ (Höchstbetrag) angefordert werden.
  • Die Geschichten, die von Ushirika an ProKivu gesandt werden, sollen so persönlich wie möglich geschrieben sein. Am besten kommen hier Geschichten an, in der eine Person ‚seine Geschichte' persönlich erzählt. Wenn irgend möglich sollten Fotos zu den Geschichten mitgeschickt werden.