Reise in den Kivu - Sommer 2002 - Seite 4 Drucken
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Reise in den Kivu - Sommer 2002
Projekte allgemein
Projekt: Pilotfarm von Kavumu
Projekt: Ziegen für Fizi
Projekt: Mühle von Kakundu
Projekt: Die Jugendlichen von Bagira
Projekt: Complexe Scolaire Muhungu (Schulkomplex Muhungu)
Prüfung der Finanzberichte
Absprache mit Ushirika für die Zusammenarbeit in der zweiten Phase
Schluss
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Ziegen für Fizi


Das Ziegenprojekt konnten wir vor Ort leider nicht besuchen. Die Gegend ist immer noch problematisch und man kann dort nur sehr umständlich reisen. Die beiden wichtigsten Vertreter von ASEF, der Gruppe des Ziegenprojekts, waren aber extra nach Bukavu gekommen.

Das Projekt arbeitet in einer Region des Tanganyika-Sees, entlang einer ca. 90 km langen Uferregion von Uvira bis Baraka. Man beschränkt sich auf die Uferregion, da das Hinterland noch zu unsicher ist. Im Laufe des Krieges sind alle Ziegen gestohlen worden. Die Bewohner der Region, die über den See nach Tansania geflohen waren, kommen jetzt nach und nach zurück.

Die Gruppe kümmert sich vor allem um Familien, deren Eltern im Krieg getötet wurden und wo das älteste Kind, manchmal erst 15 Jahre alt, jetzt die Rolle des Familienoberhauptes für die Geschwister übernommen hat. Auch arbeitet die Gruppe mit Familien, die Waisenkinder aufgenommen haben. 181 Familien haben am Projekt schon Interesse angemeldet. An 40 Familien konnte schon jeweils 1 Ziege verteilt werden. Die Ziegen wurden in Uvira gekauft und per Boot zu den Küstenorten der Familien gebracht. Die Straßen dieser Region sind noch unpassierbar, so dass die Dörfer nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichen werden können.
Zunächst werden die Familien über Ziegenhaltung und das System des "rotierendes Kredits" informiert. Der Kredit verlangt, dass ein Junges an die Gruppe zurückgegeben werden muss, sobald sie Junge bekommt. Damit wird der Kreis des begünstigten Familien nach und nach ausgeweitet. Von den 181 interessierten Familien haben diejenigen eine Ziege bekommen, die Mitglied von ASEF geworden sind und am meisten unter dem Krieg gelitten haben.

Im Juli wird ein Fachmann im Auftrag von Ushirika von Bukavu in die Region geschickt, um sich ein Bild von den konkreten Realisierungen und aufgetretenen Fragen zu machen. Ziegen spielen bei den Menschen dieser Region traditionell eine wichtige Rolle. Mit der Wiedereinführung von Ziegen erhofft man sich ein Zusammenwachsen der örtlichen Gruppen. Ohne Ziegen kann man nicht heiraten, sie gewährleisten eine Verbesserung der Nahrung, mit den Verkaufserlösen kann Schulgeld und medizinische Versorgung bezahlt werden. Ziegen sind einfach zu halten, kaum anfällig für Krankheiten und benötigen kein ausgeklügeltes Management. In der Region sind Ziegen eine Art "kleiner Reichtum".

Eine Missionarin aus Bukavu, die jahrelang in der Region des Ziegenprojekts am Tanganyika-See gearbeitet hat, die die lokale Sprache spricht und viele Personen dort persönlich kennt, hatten wir als neutrale Beraterin in das Projekt eingebunden. Mit ihr sprachen wir über die Verwirklichungen im Projekt. Einer ihrer langjähriger Bekannter ist Vizepräsident von ASEF. Für ihn legt sie die Hände ins Feuer. Sie wird sich weiter um das Projekt kümmern und mit dafür Sorge tragen, dass die Projektziele auch wirklich so verwirklicht werden, wie bei der Unterstützung angefragt.

Sicher ist es ein Risiko, ein Projekt in einer Region zu unterstützen, welches man nicht regelmäßig aufsuchen und betreuen kann. Wir haben es trotzdem gewagt in der Hoffnung, etwas für die Menschen dieser Region zu versuchen. Vielleicht kann es ihnen wieder ein wenig Halt geben. Allerdings wäre uns das Risiko ohne eine Einbindung der Missionarin zu groß gewesen.

mehr über das Projekt...